Wichtig
Grenzen aller stereoskopischen Verfahren

Der Abstand zwischen der rechten und linken Pupille ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich groß, eine Tatsache, die von keinem der angesprochenen 3D-Verfahren berücksichtigt wird, die sich an einem Mittelwert ausrichten. Weicht ein Abstand von diesem Wert ab (Paralaxenverschiebung), kann der Versuch des Gehirns, die beiden für das linke und rechte Auge gelieferten Bilder trotz der ungewohnten Sichtweise zusammenzufügen, zu Befindlichkeitsstörungen führen. Je größer diese Abweichung, desto überforderter ist das Gehirn und desto häufiger kommt es zu Problemen wie Konzentrationsstörung, Schwindelgefühle und Übelkeit.

In den Anfängen der Stereoskopie wurde zusätzlich häufig das sog. Outscreen-Verfahren angewendet, welches für kleine Schockmomente sorgt, indem Gegenstände oder Akteure quasi aus der Leinwand 'herausschießen'. Dies sorgte für zusätzliche Stresssituationen und wird heute eher vermieden, daher wurde z.B. der Film 'Avatar' überwiegend im sog. InScreen-Verfahren erstellt, was für eine räumliche Tiefe sorgt und vom Betrachter als relativ angenehm betrachtet wird.
MakeMe3D FAQ               Deutsch English

Übersicht über 3D Verfahren

Räumliches Sehen (3D) hängt immer davon ab, ob das Gehirn zwei voneinander getrennte Bilder mit unterschiedlichem räumlichem Eindruck gleichzeitig erreichen - eines pro Auge. Ist dies der Fall, errechnet es die räumliche Ausprägung und Entfernung aller Dinge um uns herum und gleicht in einem ständigen Prozess die Bildinformationen des rechten und linken Auges ab.

Diese simple Tatsache der Verrechnung zweier leicht unterschiedlichen Bilder (weil aus unterschiedlichen Winkeln wahrgenommen) macht sich ebenso die Stereoskopie zunutze. Auch dort wird jedem Auge eine vom anderen getrennte Bildinformation präsentiert, so dass man mit zwei herkömmlichen Bildern in 2D ein Bild samt Tiefenwirkung und (scheinbarer) Räumlichkeit erschaffen kann. Hierzu kommen unterschiedliche, miteinander konkurrierenden Verfahren zum Einsatz, die jeweils mit unterschiedlichen Techniken arbeiten und sowohl Vor- als auch Nachteile gegenüber den jeweiligen Konkurrenten besitzen. Gemeinsamer Nenner fast aller im Folgenden beschriebenen Verfahren: Sie setzen eine passende Brille voraus, damit die räumlichen Informationen wahrgenommen werden können.

Polarisations-Technik

Die Polarisationstechnik basiert darauf, dass eines der beiden Bilder horizontal und das andere vertikal ausgerichtet wird. Zur Darstellung von 3D-Filmen im Kino verwendet man zwei Beamer, vor deren Linsen Polarisationsfilter angebracht sind, die für die Separierung der horizontalen und vertikalen Bildinformationen sorgen. Zum Betrachten benötigt man eine Brille, die ebenfalls mit Polarisationsfiltern ausgestattet ist und so jedes Auge mit unterschiedlichen Bildinformationen versorgt. Der Nachteil: Man darf den Kopf nicht schräg halten.

Wird diese Technik bei TV-Sendungen angewendet, belegen die Pixelzeilen des Bildschirms abwechselnd das horizontale und das vertikale Bild. Allerdings erfolgt damit auch eine Halbierung der ursprünglichen Bildauflösung und -Qualität. Da die Zeilen abwechselnd belegt sind, bekommt jedes Auge nur 50% der Auflösung zu sehen.

Zur Wiedergabe im Heimbereich erfordert die Polarisationstechnik neben der Polarisationsbrille einen kompatiblen 3D-Bildschirm sowie einen 3D-fähigen Player (wie z.B. 3D-Blu-ray Player).

Shutter-Technik

Bei der Shutter-Technik werden die Bildinformationen für das rechte und linke Auge abwechselnd geliefert, allerdings mit 120 Vollbildern pro Sekunde (also 60 pro Sekunde pro Auge), damit beim Zuschauen kein Bildflackern entsteht.

Als zwingende Voraussetzung zum Einsetzen dieser Technik im Heimbereich gelten ein Monitor oder TV-Gerät mit mindestens 120 Hz und eine sog. Shutter-Brille, deren Gläser über eine meist Infrarot-gesteuerte Taktung jeweils für ein Auge synchron zum Bildwechsel abgedunkelt werden. Im Gegensatz zu den anderen Brillen benötigt die Shutter-Brille deshalb eine Stromzufuhr über Batterie oder Kabel.

Anaglyph-Technik

Bei der Anaglyph- oder auch Farbfiltertechnik werden zwei eingefärbte Bilder übereinandergelegt und mit Hilfe von Farbfolien die Komplementärfarben ausgefiltert. Zum Betrachten benötigt man Brillen, welche pro Glas mit einer anderen farbigen Folie belegt sind. Üblich sind die Kombinationen Gelb/Blau, Rot/Cyan und Grün/Magenta, wobei derzeit für die meisten mit dieser Technik hergestellten Filmen Grün/Magenta zum Einsatz kommt. Als einzige Technik benötigt die anaglyphe Darstellung neben der preisgünstigen Brille kein zusätzliches Equipment, leidet aber an einer schwächeren Farbdarstellung.

Autostereoskopie

Autostereoskopie ist die einzige 3D-Technik unter den vorgestellten, die zum Betrachten keine Brille benötigt - dafür aber ein sog. 'Autostereoskopisches Display', vor dem man sich als Betrachter gerade ausgerichtet positionieren und diesen Winkel einhalten muss, um ein 3D-Bild ähnlich der Holografie zu erhalten. Die Verbreitung von Autostereoskopie ist derzeit noch nicht weit gediehen, in Zukunft sollen aber vor allem tragbare Geräte mit passenden Displays ausgerüstet werden.

Wie macht MakeMe3D aus normalen 2D-Filmen 3D-Videos?

Unsere Morph3D getaufte Technik basiert auf einer Objekt- und Bewegungserkennung, die mit Hilfe verschiedener mathematischer Verfahren getrennte Bilder für das linke und rechte Auge erzeugt - welche zusammen betrachtet den räumlichen Effekt ergeben. Morph3D liefert großartige Ergebnisse bei Filmen mit Bewegungen im Bild, die um ein Objekt herum kreisen, z.B. die klassische Szene, in der die Kamera um ein Raumschiff fährt. Einzig bei Szenen gänzlich ohne Bewegung im Bild (z.B. bei einem Nachrichtensprecher) lässt sich nur sehr schwer ein 3D-Effekt simulieren, ein Zugeständnis, um die direkte Umwandlung beliebiger 2D-Videos ohne aufwändige Berechnungen durchführen zu können, die in Echtzeit kaum oder nur eingeschränkt möglich wären. Angenehmer Nebeneffekt: Die freiwillige Beschränkung ermöglicht eine hohe Hardware-Kompatibilität und beschränkt de Wiedergabe der simulierten 3D-Videos nicht nur auf den PC.

Davon abgesehen besitzen Sie als Anwender grundsätzlich die Möglichkeit, die Arbeitsweise der Morph3D-Technik manuell zu beeinflussen:

Änderung der Helligkeit: Verliert Ihr Video durch eines der Verfahren zu viel an Helligkeit, kann dies nachgeregelt werden. Die Farbfilter bei Anaglyph-Brillen dunkeln das Bild beispielsweise generell etwas ab.

Verstärkung des Tiefeneffektes: Der 3D-Tiefeneffekt lässt sich stufenlos verstärken, wobei alle Werte rechts des Nullpunkts das Bild nach 'vorne' hervorheben und alle Werte links des Nullpunkts das Bild in die Tiefe 'verlagern'. (Nicht jeder Mensch reagiert identisch auf verschobene Bildebenen, weshalb man an dieser Stelle unbedingt ein wenig experimentieren sollte, um einen Wert zu erhalten, bei dem der räumliche Bildeindruck am angenehmsten wahrgenommen wird.)

Verwendeter Frame-Offset: MakeMe3D gründet die Berechnungen für den Tiefeneffekt unter anderem auf eine Analyse einer Reihe von Einzelframes (also einer kurzen Bildfolge). Der Standardwert liegt bei '1', was bedeutet, dass die Analyse sowohl Frame '0' als auch Frame '1' berücksichtigt. Der auf diese Weise erzeugte 3D-Effekt bereichert viele Videos mit einer angenehm anzuschauenden Tiefe, die keinen negativen Einfluss auf Kamerafahrten und Bewegungen besitzt.

Ändert man den Wert zu '2', berücksichtigt das Programm Frame '0' und Frame '2', lässt also das dazwischen liegende Bild aus und erreicht dadurch bei Filmen mit wenig Bewegung (also keine Actionfilme) einen etwas besseren 3D-Effekt.

Beim Wert '0' entfällt die Analyse von Frame-Paaren komplett und der 3D-Wert wird ausschließlich auf Grundlage des Gegensatzes zwischen Vorder- und Hintergrund errechnet. Diese Einstellung bietet sich an, wenn ein Video über viele schnelle Schnitte verfügt, beispielsweise ein Musikvideo. Andernfalls muss man mit einem leichten Flackern in den Übergängen rechnen.

Tauschen des linken und rechten Bildes: Vereinzelt werden Brillen mit seitlich vertauschten Eigenschaften angeboten (also bspw. Magenta/Grün statt Grün/Magenta-Brille), merkbar daran, dass ein entsprechendes Video einen eher ungewöhnlichen und unter Umständen unangenehmen 3D-Effekt besitzt ('Pseudo-Stereo'). Ist dies bei Ihnen der Fall, aktivieren Sie bitte diese Option.

Die von 2D in 3D umgerechneten Videos können von MakeMe3D auf verschiedene Arten abgespeichert werden, je nach Verwendungszweck bzw. in Abhängigkeit von der vorhandenen Hardware, auf welcher der 3D-Film abgespielt werden soll:

Stereo 3D - Horizontal: Konvertiert 3D-Videos, bei denen die Bilder für das rechte und linke Auge nebeneinander (horizontal) angeordnet sind. Optional kann hier, um Platz zu sparen, bei minimalem Qualitätsverlust auch die Einstellung 'Halbe Breite' verwendet werden. 'Stereo 3D - Horizontal'wird meist für Shutter-Brillen benötigt und ist z.B. mit dem Stereoscopic Player von Nvidia kompatibel.

Stereo 3D - Vertikal: Konvertiert 3D-Videos, bei denen die Bilder für das rechte und linke Auge übereinander (vertikal) angeordnet sind, auch hier optional wieder mit der Einstellung 'Halbe Breite'. 3D-Videos in dieser Technik werden zumeist zum Betrachten mit Polarisationsbrillen benötigt. An die Dateien, welche mit diesem Profil erzeugt werden, werden zusätzlich automatisch Buchstabenkombinationen angehängt: Bei 'Stereo vertical' -wird ein '-ab' und bei 'Stereo vertical half' wird ein '-abq' angehängt. Damit werden die Dateien auf den meisten Playern für Polarisationsbrillen gleich richtig erkannt: '-ab' steht für 'above below' und '-abq' steht für 'above below squashed', also für ein 'gequetschtes' Video.

Interlaced - Horizontal: Dies ist ein allgemeines Verfahren, welches sowohl für die Shutter-Technik als auch für Equipment auf Polarisationsbasis verwendet werden kann. Das Bild wird zeilenweise verschachtelt (eine Zeile linkes Auge, nächste Zeile rechtes Auge).

Interlaced - Vertikal: Verfahren für autostereoskopische Displays wie z.B. von Sharp. Das Bild wird spaltenweise verschachtelt (eine Spalte linkes Auge, nächste Spalte rechtes Auge).

Anaglyph Gelb/Blau, Rot/Cyan (kompatibel zu Rot/Blau) und Anaglyph Grün/Magenta: Konvertiert Videos zum Betrachten mit Farbfilterbrillen. Diese Videos können - eine passende Brille vorausgesetzt - auf jedem beliebigen Monitor und jedem beliebigen Player angesehen werden. Die Option 'Schwarz/Weiß' kann optional bei jedem Farbfilterverfahren gewählt werden, um den 3D-Effekt zu erhöhen, wenn ein Video mehrheitlich die Farben der Brillengläser enthält (z.B. rot bei Rot/Cyan).

Linkes Auge und rechtes Auge getrennt: Es werden zwei getrennte Video-Dateien erzeugt, welche dann beliebig weiterverarbeitet werden können.